Jenseits von SEO: Sichtbarkeit gewinnen im Zeitalter von AEO und GEO
Kurz gesagt
Niveau: Fortgeschritten
Wenn Google oder ChatGPT eine Frage beantworten, bekommen die Seiten, die in der Antwort zitiert werden, die Aufmerksamkeit, und der Rest deutlich weniger Klicks. Drei Dinge entscheiden, ob du in dieser Antwort stehst:
- Die Seite ist indexiert, für die richtigen Bots offen und darf ein Snippet zeigen.
- Sie hat eine Textstelle mit der Frage als Überschrift und einem direkten ersten Satz.
- Diese Textstelle trägt Fakten, Quellen, ein Zitat und einen klar erkennbaren Autor und ein erkennbares Unternehmen.
Besonderes Markup braucht es nicht, Keyword Stuffing schadet. Welche KI Bots deine Website lesen und mit ihr trainieren dürfen, entscheidest du bewusst in der robots.txt, nicht per Voreinstellung.
Google, ChatGPT und Copilot beantworten eine Frage heute ganz oben und nennen darin ein paar Quellen, und die Seite auf Platz vier, die nicht zitiert wird, hat still und leise ihr Publikum verloren. Ich zeige, wie aus einer getippten Frage eine KI Antwort mit Quellen wird, welche drei Dinge entscheiden, ob eine Seite darin vorkommt, und baue eine Seite eines erfundenen Kölner Anbieters von Buchhaltungssoftware um, mit den Zahlen vorher und nachher.
Die Suche antwortet jetzt, bevor sie verlinkt, und die Regeln dafür sind größtenteils öffentlich
Zwanzig Jahre lang war die Abmachung einfach. Du hast eine Seite geschrieben, Google hat sie eingeordnet, und wer weit genug oben stand, bekam die Klicks. Suchmaschinenoptimierung, auf Englisch Search Engine Optimisation (SEO), war das Handwerk, sich diesen Platz zu verdienen. Diese Abmachung hat sich verschoben. Google schreibt heute oft selbst eine Antwort ganz oben auf die Ergebnisseite und nennt darin eine Handvoll Quellen. ChatGPT beantwortet Fragen mit einem kurzen Text und einer Reihe von Links darunter. Bing macht dasselbe über Copilot. Sichtbar ist die Seite, die in der Antwort zitiert wird. Die Seite auf Platz sieben sieht kaum noch jemand.
Für dieses neue Spiel haben sich zwei Namen eingebürgert. Answer Engine Optimisation (AEO) heißt, die Antwort zu sein, die eine Suchmaschine herausgreift und direkt zeigt, als hervorgehobenes Snippet, als Sprachantwort oder in einer KI Zusammenfassung. Generative Engine Optimisation (GEO) heißt, die Quelle zu sein, auf die ein Sprachmodell zurückgreift und die es nennt, wenn es selbst eine Antwort formuliert. Alle vier Begriffe nebeneinander, den vierten eingeschlossen, findest du im kompletten Leitfaden zu SEO, AIO, GEO und AEO. Hier geht es um die Mechanik darunter: wie aus einer Frage eine Antwort mit Quellenangaben wird, welche drei Dinge entscheiden, ob du darin vorkommst, und was ich auf den Websites, die ich baue, tatsächlich mache.
Zuerst die Größenordnung, mit Quellen statt Konferenzfolien. Für Europa gibt es eine brauchbare Zahl aus einer Analyse von SparkToro auf Basis eines Clickstream Panels des Anbieters Datos, Zeitraum September 2022 bis Mai 2024. Danach endeten 59,7 % der Google Suchen in der Europäischen Union ohne einen einzigen Klick, in den USA waren es 58,5 %. Von 1.000 Suchen in der EU führten 374 Klicks auf eine Website, die weder Google gehört noch Google für eine Anzeige bezahlt, in den USA 360.1 Das ist eine Sekundärquelle, das Panel eines Anbieters, mit den Einschränkungen, die der Autor selbst nennt: Das Panel ist nicht die Gesamtbevölkerung, mobile Daten gibt es erst ab Januar 2024, und Apple Geräte sind kaum vertreten. Ich zitiere es deshalb genau so. Die alte Fassung dieses Artikels behauptete, "über 60 Prozent der Google Suchen" endeten ohne Klick. Das kann ich so nicht halten. Knapp sechs von zehn ist die ehrliche Formulierung. "Über 60" war eine Aufrundung, die die Daten nicht hergeben.
Wie stark die KI Antworten selbst wirken, hat das Pew Research Center gemessen, und zwar am echten Surfverhalten von 900 Erwachsenen in den USA im März 2025. Auf Google Ergebnisseiten mit einer KI Zusammenfassung klickten die Leute bei 8 % der Besuche auf ein klassisches Suchergebnis. Auf Seiten ohne Zusammenfassung waren es 15 %. Einen Link innerhalb der Zusammenfassung klickten sie bei 1 % der Besuche. Rund 18 % aller Suchen in der Studie lieferten eine Zusammenfassung, und nach einer solchen Seite beendeten die Leute ihre Sitzung häufiger (26 %) als nach einer normalen Ergebnisseite (16 %).2 Die Botschaft ist deutlich: Wenn die Suchmaschine selbst antwortet, fällt ungefähr die Hälfte der Klicks weg, und die Quellen in der Antwort bekommen vom Rest fast nichts ab.
Beispiel: die Frage, in der Rahel nicht vorkommt
Severinsbuch ist ein erfundener Anbieter von Buchhaltungssoftware aus Köln. Die Firma verkauft ihre Software an kleine Steuerkanzleien, an rund 400 davon, und die Geschäftsführerin heißt Rahel. Niemand davon ist echt, jede Zahl ist ausgedacht. Rahels beste Seite ist nach ihrer eigenen Einschätzung die über den Umstieg einer Kanzlei auf Severinsbuch mitten im Geschäftsjahr. Sie steht bei Google für die naheliegende Suche auf Platz vier, und das seit zwei Jahren.
Eines Morgens sucht sie selbst: "kann man mitten im Geschäftsjahr die Buchhaltungssoftware wechseln". Ihre Seite steht immer noch auf Platz vier. Darüber steht jetzt eine AI Overview, also die KI Übersicht, die Google über die Ergebnisse setzt, und beantwortet die Frage in fünf Sätzen mit drei Quellen. Keine davon ist ihre. Zwei stammen von Softwarefirmen, die größer sind als ihre, eine von einer Kanzlei aus Leipzig, die eine schlichte Seite mit Schritten, Daten und einem namentlich genannten Autor geschrieben hat. Rahels Platz hat sich nicht bewegt. Ihr Anteil an der Aufmerksamkeit schon.
Wie aus einer Frage eine KI Antwort mit Quellen wird
Die Suchmaschinen legen mehr darüber offen, als viele glauben. Google schreibt in seiner Dokumentation, dass sowohl die AI Overviews (in der deutschen Oberfläche "Übersicht mit KI") als auch der AI Mode, der eigene Dialogmodus der Google Suche, ein Verfahren namens Query Fan Out nutzen können, bei dem "mehrere ähnliche Suchanfragen zu Unterthemen und Datenquellen gestellt werden", bevor aus den Ergebnissen eine Antwort entsteht.3 Das Modell liest also nicht live das Netz. Es stellt mehrere gewöhnliche Suchanfragen an den gewöhnlichen Index, nimmt Textstellen aus den Treffern, schreibt und hängt Links an die Stellen, die es verwendet hat.
Daraus folgt etwas, das man sich in Ruhe klarmachen sollte. Um in der Antwort zu stehen, musst du zuerst im Index sein und ein Snippet zeigen dürfen. Google formuliert die Voraussetzung in einem Satz: Damit eine Seite als Link in einer KI Übersicht oder im AI Mode erscheinen kann, "muss sie indexiert und für die Anzeige in der Google Suche mit einem Snippet geeignet sein". Dazu kommt der Hinweis, dass es keine zusätzlichen Anforderungen für AI Overviews oder AI Mode gibt, keine spezielle Optimierung und auch keine besonderen strukturierten Daten von schema.org, die du einbauen müsstest.3 OpenAI beschreibt das Gegenstück auf seiner Seite: Ein Crawler namens OAI-SearchBot holt Seiten, damit sie in den Suchfunktionen von ChatGPT erscheinen können, getrennt von dem Crawler, der Trainingsdaten sammelt.4 Das Muster ist dasselbe: abgerufene Seiten, ein Schreibschritt, Quellenangaben.
Das Diagramm läuft in neun Schritten von oben nach unten. An drei Stellen kannst du selbst etwas tun: beim Index (gecrawlt und indexiert sein), beim Tor (für den Bot offen sein und ein Snippet zeigen dürfen) und bei der Auswahl der Textstellen (eine Stelle haben, die eine Teilfrage so klar beantwortet, dass sie sich herausheben lässt). Um genau diese drei geht es im Rest des Artikels.
Beispiel: Rahels Frage, Schritt für Schritt
Schick Rahels Suche einmal durch das Diagramm. Aus der Frage "kann man mitten im Geschäftsjahr die Buchhaltungssoftware wechseln" werden ungefähr diese Teilfragen: "was passiert beim Wechsel mit den Eröffnungssalden", "ist ein Wechsel zum Jahreswechsel besser", "wie lange dauert die Migration einer Buchhaltungssoftware" und "was verlangt das Finanzamt bei einem Softwarewechsel". Jede davon läuft als eigene Suche. Die Seite der Leipziger Kanzlei hat eine Zwischenüberschrift, die fast wörtlich der dritten Teilfrage entspricht, und einen ersten Satz, der sie mit einer Zahl in Wochen beantwortet. Rahels Seite hat die Überschrift "Warum Severinsbuch?" und einen ersten Absatz über die Werte der Firma. Beide Seiten sind indexiert. Beide sind für den Googlebot offen. Nur eine hat eine Textstelle, die ein System herausnehmen und zuordnen kann. Das Tor stand für beide offen. Die Auswahl der Textstellen hat sich für eine entschieden.
Die Antwort sein: eine klare Frage, ein direkter erster Satz und eine Struktur, die eine Maschine herausheben kann
Google ist seit Jahren offen darüber, wie hervorgehobene Snippets, die Featured Snippets, funktionieren, und dieselbe Logik trägt in die KI Antworten hinein. Kann man eine Seite als hervorgehobenes Snippet kennzeichnen? Die Dokumentation antwortet knapp: "Das ist nicht möglich."5 Googles Systeme legen selbst fest, "ob eine Seite als hervorgehobenes Snippet für die Suchanfrage eines Nutzers geeignet ist", und die einzige Bedingung, die Google nennt, lautet: "Hervorgehobene Snippets werden nur dann angezeigt, wenn genug Text zur Verfügung steht, um ein hilfreiches hervorgehobenes Snippet zu erzeugen."5 Eine Mindestlänge gibt es nicht. Es gibt eine passende Textstelle, oder es gibt keine.
Das Handwerk, die Antwort zu sein, ist also das Handwerk, gute Textstellen zu schreiben. Eine Überschrift, die die Frage so formuliert, wie ein Mensch sie eintippen würde. Darunter ein erster Satz, der die Frage direkt beantwortet, mit der Zahl oder dem Ja oder Nein darin. Danach die Details, die Einschränkungen und der Zusammenhang für alle, die weiterlesen. Wer nur die Überschrift und die erste Zeile liest, hat die Antwort. Das hilft jedem, der es eilig hat, und es ist genau die Einheit, die eine Suchmaschine herausnimmt. Ich schreibe so, weil Menschen so lesen. Dass die Maschinen das belohnen, ist ein angenehmer Nebeneffekt.
Strukturierte Daten gehören auch hierher, allerdings mit zwei Korrekturen an dem, was meistens darüber erzählt wird. Erstens muss das Markup beschreiben, was tatsächlich auf der Seite steht. In Googles Richtlinien heißt es: "Deine strukturierten Daten müssen eine realitätsgetreue Darstellung der Seiteninhalte sein", und weiter: "Markiere keine für die Leser der Seite nicht sichtbaren Inhalte." Eine Seite, deren Markup versteckte oder irreführende Inhalte beschreibt, kann ihre Eignung für Rich Results ganz verlieren.6 Zweitens ist Markup keine Eintrittskarte für eine bestimmte Darstellung. Ab August 2023 hat Google die FAQ Rich Results nur noch für bekannte, verlässliche Websites von Behörden und aus dem Gesundheitsbereich gezeigt, und die Anleitungsergebnisse (HowTo) gibt es gar nicht mehr.7 Seit dem 7. Mai 2026 zeigt Google die FAQ Ergebnisse in der Google Suche überhaupt nicht mehr.8 Der Typ FAQPage auf schema.org, eine Webseite mit einer oder mehreren häufig gestellten Fragen,9 bringt einer Kölner Softwarefirma also keine aufklappbaren Fragen in den Suchergebnissen. Was strukturierte Daten weiterhin leisten: Sie sagen jeder Maschine in einem Vokabular, das alle lesen, was für eine Art Seite das ist und wer dahintersteht. Der Typ Article mit namentlich genanntem Autor und Datum und der Typ Organization mit offiziellem Firmennamen, Adresse und sameAs Verweisen auf die anderen Profile der Firma10 tun das unauffällig und kosten nichts. Als JSON-LD geschrieben, was Google empfiehlt,6 stehen sie im Kopf der Seite.
Beispiel: ein Abschnitt, vorher und nachher
Hier ein Abschnitt von Rahels Seite, vorher. Die Überschrift lautet "Warum Severinsbuch?". Der erste Absatz: "Bei Severinsbuch glauben wir, dass ein Softwarewechsel eine Kanzlei niemals ausbremsen sollte. Unsere engagierten Onboarding Spezialisten haben schon Hunderten Kanzleien geholfen, ihre Arbeitsweise zu verändern." Nichts in diesem Absatz beantwortet eine Frage, die jemand eingetippt hat. Keine Zahl, kein Datum, kein Schritt.
Nachher. Die Überschrift lautet "Kann man mitten im Geschäftsjahr die Buchhaltungssoftware wechseln?". Der erste Satz: "Ja. Eine Kanzlei kann zu jedem Monatsende auf Severinsbuch umsteigen, weil die Eröffnungssalden zu diesem Stichtag übernommen werden und die Vormonate zum Nachschlagen in der alten Software bleiben." Der zweite Absatz nennt die drei Schritte und wie lange jeder bei den letzten 60 Umstiegen gedauert hat: Export (ein Arbeitstag), Import und Abstimmung (drei bis fünf Arbeitstage), Parallelbetrieb (ein Monatsabschluss). Der dritte Absatz sagt, wann man es lassen sollte: in den zwei Wochen vor der Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung. Am Ende steht eine Autorenzeile mit dem Namen von Rahels Leiter für das Onboarding, ein Datum und ein Satz dazu, woher die Zeitangaben stammen (aus dem eigenen Migrationsprotokoll der Firma, also eigene Daten, die keine fremde Quelle brauchen).
Gleiches Produkt, gleiche Seite, gleicher Platz im Ranking. Der Unterschied: Ein System findet jetzt eine Überschrift, die zu einer Teilfrage passt, einen ersten Satz, der sie beantwortet, und eine Textstelle mit Zahlen und einer namentlich genannten Person, der sie sich zuordnen lässt. Mehr ist AEO nicht.
Zitierfähig sein: Fakten mit Quellen, Zahlen, Zitate und ein klares Bild davon, wer du bist
Der Begriff GEO stammt aus einem Paper von Pranjal Aggarwal und Kollegen, vorgestellt 2024 auf der KDD Konferenz. Es stellt eine ungewöhnlich praktische Frage: Wenn du deine Seite ändern kannst, aber nicht die Suchmaschine, welche Änderungen an der Seite bringen eine generative Suchmaschine dazu, dich häufiger zu zitieren?11 Die Autoren bauten einen Benchmark aus 10.000 Suchanfragen aus vielen Themenbereichen, probierten neun Arten von Änderungen aus und maßen, welchen Anteil der generierten Antwort jede Quelle ausmachte, gewichtet danach, wo in der Antwort sie auftauchte.
Die Ergebnisse sind der nützliche Teil. Zitate aus relevanten Quellen hinzufügen, Statistiken hinzufügen und Quellen angeben hob dieses Maß für Sichtbarkeit jeweils um ungefähr 30 % bis 40 % gegenüber der unveränderten Seite. Den Text flüssiger zu formulieren half fast genauso viel. Ihn nur autoritativer klingen zu lassen, brachte für sich genommen keinen signifikanten Effekt. Und die eine klassische Taktik, die jeder kennt, das Vollstopfen mit Keywords, machte es schlimmer: Die vollgestopften Seiten kamen auf dem positionsgewichteten Maß auf 17,8, die unveränderte Ausgangsversion auf 19,5, also rund 9 % darunter.11 Außerdem stellten die Autoren fest, dass schlechter platzierte Quellen am meisten gewannen. Für eine Quelle auf Platz fünf der klassischen Ergebnisse hob das Angeben von Quellen die Sichtbarkeit um 115,1 %, während die bestplatzierte Quelle im Schnitt an Sichtbarkeit verlor.11 Platz vier, wie bei Rahel, ist genau dort, wo sich dieses Handwerk am meisten lohnt.
Zwei Einschränkungen. Die Suchmaschine in der Studie war ein Forschungsaufbau, den die Autoren aus einem Suchbackend und einem Sprachmodell zusammengesetzt haben, nicht das Produktivsystem von Google oder OpenAI, und ihr Maß zählt zugeordnete Wörter, keine Klicks und keine Anfragen. Die Richtung der Ergebnisse deckt sich mit dem, was ich auf den Websites sehe, an denen ich arbeite, und mit dem, was die Suchmaschinen selbst als ihren Wunsch formulieren. Deshalb stütze ich mich darauf. Die genauen Prozentwerte gehören den Autoren und ihrem Aufbau.
Die zweite Hälfte von zitierfähig heißt erkennbar. Ein Modell, das eine Antwort über Buchhaltungssoftware für kleine Kanzleien schreibt, muss entscheiden, zu welcher Firma diese Seite gehört, ob es dieselbe Firma ist, die in einer Bewertung auf einer anderen Website auftaucht, und ob sie in Deutschland sitzt. Je klarer die Entität, also das eindeutig bestimmbare Unternehmen hinter der Seite, desto sicherer die Zuordnung. Das heißt: überall dieselbe Schreibweise des Namens, auf der Seite derselbe Firmenname und dieselbe Adresse wie im Handelsregister, ein Organization Block, der über sameAs auf die LinkedIn Seite der Firma und ihre Einträge in den Fachverzeichnissen zeigt, und ein Autor, den es gibt und den man finden kann. Die Seite der Entitäten behandelt der Artikel von Keywords zu Konzepten, über Semantic SEO und Entity Based Optimisation, und sie ist das Fundament, auf dem das Zitat steht.
Um darüber vernünftig reden zu können, brauchst du eine Messgröße, und zwar eine Quote:
Dabei ist die Zahl der generierten Antworten, über alle Suchmaschinen hinweg, die du prüfst, die einen Link auf die Seite enthalten, und die Zahl der Fragen aus einer festen Liste, die du bei jeder Prüfung stellst. Es ist eine einfache Quote, Ereignisse geteilt durch Gelegenheiten, und es gelten die üblichen Warnungen vor kleinen Nennern (Grundlagen: Verhältnisse und Raten, Grundlagen: Stichproben). Zwanzig Fragen, einmal gestellt, sagen dir sehr wenig. Dieselben 40 Fragen, sechs Monate lang jeden Monat gestellt, sagen dir eine Menge.
Beispiel: Rahel macht die Seite zitierfähig
Rahels neue Seite hat jetzt die Struktur. Was ihr noch fehlt, ist Substanz, die ein Modell zitieren kann. Drei Ergänzungen, jede von einer Art, die laut Paper einen Unterschied macht.
Eine Statistik: "Von den 60 Kanzleien, die in den letzten zwei Jahren auf Severinsbuch umgestiegen sind, taten das 38 zwischen dem vierten und dem achten Monat des Geschäftsjahres, und keine meldete beim ersten Monatsabschluss eine Abstimmungsdifferenz über 50 €." Ihre eigenen Daten, als ihre gekennzeichnet, mit Datum.
Ein Zitat: zwei Sätze ihres Leiters für das Onboarding, mit Namen, über den einen Fehler, den Kanzleien machen (exportieren, bevor die letzte Bankabstimmung gebucht ist). Die Worte einer Person unter dem Namen dieser Person kann ein Modell zuordnen.
Quellen: Wo die Seite etwas sagt, das nicht aus dem eigenen Wissen der Firma stammt, etwa was zu einer Umsatzsteuervoranmeldung gehört, verlinkt sie auf die offizielle Seite der Finanzverwaltung, statt es ohne Beleg nachzuerzählen. Nicht weil der Link Besucher bringt, das tut er selten, sondern weil eine Textstelle mit Quelle wie eine Textstelle wirkt, die man weitererzählen kann.
Dann schreibt sie 40 Fragen auf, die eine Kanzleileitung zum Softwarewechsel stellen könnte, stellt sie am ersten Montag jedes Monats an Google, ChatGPT und Copilot und zählt die Antworten, die ihre Seite zitieren. Im März, vor der Arbeit, war es eine von 40. Das ist ihr Ausgangswert, und es ist ehrlich, ihn eine kleine Zahl aus einer kleinen Stichprobe zu nennen.
Für die KI Bots lesbar sein, oder bewusst nicht. Entscheiden musst du so oder so.
Alles bisher setzt voraus, dass die Bots die Seite lesen können. Das ist inzwischen eine Entscheidung mit mehreren Schaltern, und die meisten Websites haben sie sich nie angesehen. Das Gute daran: Die Schalter sind dokumentiert, und sie sind voneinander unabhängig.
Bei Google ist der Googlebot der entscheidende für die Suche. Laut Dokumentation wirken sich Crawling Einstellungen, die an ihn gerichtet sind, auf die Google Suche aus, "einschließlich Discover" und aller besonderen Ergebnisformate,12 und genau dort leben AI Overviews und AI Mode. Es gibt ein zweites Token, Google-Extended. Es steuert, ob Inhalte "zum Trainieren zukünftiger Generationen" der Gemini Modelle verwendet werden dürfen und ob sie in den Gemini Apps und in Vertex AI zur Fundierung von Antworten dienen. Google stellt klar, dass Google-Extended "keinen Einfluss auf die Aufnahme einer Website in die Google Suche" hat und auch nicht als Rankingsignal in der Google Suche verwendet wird.12 Wer Google-Extended sperrt, bleibt also aus dem Training von Gemini heraus und ist in der Suche und ihren KI Antworten trotzdem voll vertreten. Wer den Googlebot sperrt, verschwindet aus beidem.
Bei OpenAI gibt es drei Agenten. GPTBot sammelt Inhalte, die zum Training von Modellen verwendet werden können, und wer ihn aussperrt, signalisiert laut OpenAI, dass die Inhalte nicht zum Training generativer KI Basismodelle genutzt werden sollen. OAI-SearchBot ruft Seiten ab, um sie in den Suchantworten von ChatGPT zu zeigen, und eine Sperre für GPTBot berührt ihn nicht. Eine Website kann also die Suche erlauben und das Training gleichzeitig ablehnen. ChatGPT-User ruft eine Seite ab, wenn ein Mensch ChatGPT ausdrücklich bittet, sie sich anzusehen. Er crawlt das Netz nicht automatisch, und weil ein Mensch den Abruf auslöst, gelten die Regeln der robots.txt dafür unter Umständen nicht.4
Bei Bing sitzt die Steuerung nicht in der robots.txt, sondern in der Seite selbst. Im September 2023 kündigte Bing an, dass die bestehenden Robots Meta Tags NOCACHE und NOARCHIVE auch für Bing Chat gelten, das heute Copilot heißt. Mit NOCACHE können Inhalte in den Antworten des Chats auftauchen, gezeigt werden aber nur URL, Titel und Snippet. Mit NOARCHIVE werden Inhalte weder in die Antworten aufgenommen noch darin verlinkt. In beiden Fällen erscheint die Seite weiterhin in den normalen Suchergebnissen von Bing.13
Und bei Google gibt es einen feineren Regler als den Bot selbst. Die Angaben nosnippet, data-nosnippet und max-snippet begrenzen, wie viel von einer Seite als Snippet gezeigt werden darf, und John Mueller formuliert die Folge in seinem Beitrag über Erfolg in der KI Suche ohne Umschweife: "Je restriktiver die Berechtigungen sind, desto weniger werden eure Inhalte" in Googles KI Funktionen verwendet.14 Eine Seite mit nosnippet ist im Index und trotzdem nicht in der Antwort. Für einen kostenpflichtigen Bericht hinter einer Bezahlschranke kann das eine legitime Entscheidung sein. Als Versehen ist es eine schlechte, und als Versehen finde ich es meistens.
Beispiel: Rahels robots.txt
Rahel will in den Antworten von ChatGPT und Google zitiert werden, weil ihre Interessenten genau dort fragen. Sie will nicht, dass ihre Dokumentation Modelle trainiert, die ihrem Support Konkurrenz machen. Beides geht zusammen, und die Datei ist kurz:
User-agent: Googlebot
Allow: /
User-agent: Google-Extended
Disallow: /
User-agent: OAI-SearchBot
Allow: /
User-agent: GPTBot
Disallow: /
Im Kopf jeder öffentlichen Seite lässt sie die Snippet Angaben in Ruhe, damit die komplette Textstelle herausgenommen werden kann. Auf den zwei Seiten mit ihren Preisen für Vertriebspartner, die sie nirgends zitiert sehen will, setzt sie nosnippet für Google und NOARCHIVE für Bing und nimmt in Kauf, dass diese Seiten zwar ranken, aber nie in einer Antwort auftauchen. Jede Zeile ist eine Entscheidung, die sie erklären kann. Vorher hatte sie eine robots.txt, die 2019 ein Plugin erzeugt und seitdem niemand gelesen hatte. Sie sperrte nichts und erlaubte alles, das Training eingeschlossen.
Beispiel: die ganze Seite, mit Zahlen vorher und nachher
Leg die drei Teile auf Rahels Seite zum Umstieg zusammen und schau sechs Monate lang hin. Die Arbeit fand in der letzten Aprilwoche statt: Überschriften als Fragen und direkte erste Sätze, die Statistik, das Zitat und die Quellen, das Markup für Article und Organization, der namentlich genannte Autor und die robots.txt von oben. Sonst änderte sich nichts auf der Website, und sie kaufte keinen einzigen Link.
Auf der waagerechten Achse stehen die Monate von Januar bis August, der Umbau liegt zwischen April und Mai. Auf der senkrechten Achse steht die Zahl der Antworten auf dieselben 40 Fragen pro Monat, die die Seite zitiert haben. Vorher eine oder zwei. Danach neun im ersten Monat und 16 im August, also ein Zitieranteil von 16 von 40 oder 40 %. Die ehrliche Lesart: Der Sprung ist viel zu groß und zeitlich zu passend, um bei 40 Fragen Zufall zu sein, und das genaue Niveau ist trotzdem um ein paar Fragen in jede Richtung unsicher. Die andere ehrliche Lesart: Die Google Position der Seite ist im selben Zeitraum von vier auf drei gestiegen. Schön, aber nicht der Punkt.
Auf der waagerechten Achse wieder dieselben Monate. Auf der senkrechten Achse die Anfragen von Kanzleien, deren erster Besuch auf der Umstiegsseite landete, egal wie sie dorthin kamen. Der Durchschnitt der vier Monate davor lag bei 6,75 pro Monat, der der vier Monate danach bei 15,25. Mit der einfachen prozentualen Veränderung:
Dabei ist der Monatsdurchschnitt vor der Änderung, der Monatsdurchschnitt danach und die prozentuale Veränderung zwischen beiden (Grundlagen: Prozentrechnung). Die Klicks von Google auf die Seite stiegen übrigens nur um etwa ein Fünftel, weil die KI Antworten, die die Seite zitieren, ein paar Besucher schicken und Platz drei ein bisschen mehr. Die Anfragen haben sich mehr als verdoppelt. Mehrere der Kanzleien sagten auf die Frage, wie sie auf Severinsbuch gekommen seien, "ChatGPT hat euch vorgeschlagen" oder "das stand in der Google Zusammenfassung", und der Besuch danach war oft ein direkter, die Adresse von Hand eingetippt. So sieht Sichtbarkeit heute aus: in der Antwort gesehen, später besucht und unter "direkt" verbucht, wenn du nicht nachfragst.
Alles in diesem Beispiel ist erfunden, und die Zahlen sind mit Absicht klein, weil das die Größenordnung ist, die eine Firma mit 400 Kunden tatsächlich hat. Nicht erfunden ist der Mechanismus, den die Suchmaschinen dokumentieren, und die Richtung, die das Paper gemessen hat.
Was ich mache, und was ich mir sparen würde
Meine eigene Praxis dazu ist kurz, und sie ist auf einer Rails Anwendung dieselbe wie auf einem Solidus Shop.
Ich schreibe Seiten als Fragen und Antworten, weil meine Leserinnen und Leser so denken, und die Suchmaschinen profitieren davon nebenbei. Jede Seite, die einen Fakt von außerhalb meiner eigenen Arbeit nennt, belegt ihn, wie du am Ende dieses Artikels sehen kannst. Jede Website, die ich baue, kommt mit einem Organization Markup, das genau zum eingetragenen Unternehmen passt, mit Article Markup und einem echten Autor bei jedem Artikel und mit einer robots.txt, deren jede Zeile die Inhaberin oder der Inhaber gelesen und abgenickt hat. Die Frage nach dem Training entscheide ich mit jedem Kunden gemeinsam und nicht für ihn, denn es sind seine Inhalte. Und ich messe mit einer festen Liste von Fragen, die ich jeden Monat stelle, neben der Search Console. Dort zählt Google den Verkehr aus AI Overviews und AI Mode im gewöhnlichen Suchtyp "Web" mit, nicht getrennt,3 also ist die Fragenliste das einzige Instrument, das den Effekt für sich sichtbar macht.
Was ich mir sparen würde. FAQPage Markup in der Hoffnung auf ein Rich Result, aus dem Grund von oben. Eine ganze Website auf einen Schlag "für KI" umzuschreiben, wenn das Paper und die Suchmaschinen beide sagen, dass der Gewinn aus einzelnen Textstellen kommt, und die kannst du Seite für Seite verbessern, angefangen bei den Seiten, die zählen. Jedes Werkzeug, das dir eine "GEO Readiness" ausrechnet, denn die Eingaben dafür sind die drei Dinge aus diesem Artikel und ein Nachmittag. Keyword Stuffing, das schon 2012 verloren hat und im Paper von 2024 wieder, um rund 9 %. Und Inhalte aus Versehen hinter nosnippet zu verstecken, was ich auf jeder Website prüfe, bevor ich irgendetwas anderes anfasse.
Was dieser Artikel bewusst nicht abdeckt, weil seine Geschwister das tun. Die Besonderheiten von ChatGPT und den anderen Chat Suchmaschinen, auch die Frage, wie weit sie sich noch auf den Index von Bing stützen, die außerhalb von OpenAI niemand sicher beantworten kann, stehen in wie man in ChatGPT und KI Suchmaschinen rankt. Die Strategie, die ganze Antwort direkt auf der Plattform herzugeben und gar keinen Klick zu erwarten, steht in Zero Click Content. Dieser hier ist der Mechanismus: im Index und durch das Tor kommen, eine Textstelle schreiben, die es wert ist, herausgenommen zu werden, und ihr Fakten und einen Namen geben, die es wert sind, zitiert zu werden. Rahels Seite hat sich im Ranking kaum bewegt. In den Antworten hat sie sich enorm bewegt, und in den Antworten lesen ihre Interessenten heute.
Footnotes
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Rand Fishkin, 2024 Zero Click Search Study (Titel gekürzt, er nennt die Klicks pro 1.000 Suchen), SparkToro, 2. Juli 2024 (Sekundärquelle: ein Clickstream Panel von Datos, September 2022 bis Mai 2024, mit den Einschränkungen des Autors zur Repräsentativität. Im Text des Beitrags stehen 374 Klicks für die EU und 360 für die USA, die Überschrift vertauscht die beiden), https://sparktoro.com/blog/2024-zero-click-search-study-for-every-1000-us-google-searches-only-374-clicks-go-to-the-open-web-in-the-eu-its-360/
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Athena Chapekis und Anna Lieb, Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results, Pew Research Center, 22. Juli 2025, https://www.pewresearch.org/short-reads/2025/07/22/google-users-are-less-likely-to-click-on-links-when-an-ai-summary-appears-in-the-results/
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Google, KI-Funktionen und deine Website, Google Search Central Dokumentation, https://developers.google.com/search/docs/appearance/ai-features?hl=de
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OpenAI, Overview of OpenAI crawlers (GPTBot, OAI-SearchBot, ChatGPT-User), OpenAI Entwicklerdokumentation, https://developers.openai.com/api/docs/bots
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Google, Hervorgehobene Snippets und deine Website, Google Search Central Dokumentation, https://developers.google.com/search/docs/appearance/featured-snippets?hl=de
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Google, Allgemeine Richtlinien für strukturierte Daten, Google Search Central Dokumentation, https://developers.google.com/search/docs/appearance/structured-data/sd-policies?hl=de
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Google Search Central, Änderungen an Rich-Suchergebnissen für Anleitungen und FAQs, 8. August 2023, aktualisiert am 14. September 2023, https://developers.google.com/search/blog/2023/08/howto-faq-changes?hl=de
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Google Search Central, Latest Google Search documentation updates, Einträge vom 8. Mai 2026 (Deprecating the FAQ rich result feature) und 15. Juni 2026 (Removing documentation for the FAQ rich result feature), die englische Fassung, weil es keine deutsche gibt, https://developers.google.com/search/updates#faq-deprecation
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schema.org, FAQPage, https://schema.org/FAQPage
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schema.org, Organization (Eigenschaften legalName, address, sameAs, url), https://schema.org/Organization
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Pranjal Aggarwal, Vishvak Murahari, Tanmay Rajpurohit, Ashwin Kalyan, Karthik Narasimhan und Ameet Deshpande, GEO: Generative Engine Optimization, Proceedings of KDD 2024, arXiv 2311.09735, 2024, https://arxiv.org/abs/2311.09735
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Google, Gewöhnliche Crawler von Google (Googlebot und Google-Extended), Google Crawling Infrastruktur Dokumentation, https://developers.google.com/crawling/docs/crawlers-fetchers/google-common-crawlers?hl=de
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Bing Webmaster Blog, Announcing new options for webmasters to control usage of their content in Bing Chat, Microsoft, 22. September 2023, https://blogs.bing.com/webmaster/september-2023/Announcing-new-options-for-webmasters-to-control-usage-of-their-content-in-Bing-Chat
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John Mueller, Die besten Möglichkeiten, die Leistung eurer Inhalte in den KI-Funktionen der Google Suche zu verbessern, Google Search Central Blog, 21. Mai 2025, https://developers.google.com/search/blog/2025/05/succeeding-in-ai-search?hl=de